Unser Plüschlöwe Pooky aus „Pfote aufs Herz“

Um ihn, um Pooky, geht es hauptsächlich in meinem Buch „Pfote aufs Herz“. Mit ihm zusammen haben wir, meine Familie und ich, wohl die spannendste und aufregendste Zeit überhaupt erlebt. Die Verhandlungen zur Herstellung der deutschen Einheit standen kurz bevor, als unsere Tochter uns zu all den Aufregungen, die damals fast täglich auf uns einstürzten, mit diesem Kater überraschte. Wenige Tage vor unserem geplanten Urlaub stand sie mit dem knapp zwölf Wochen alten Plüschlöwen vor der Tür. Zu all den Aufregungen um die bevorstehende deutsche Einheit, um unsere ungewisse Zukunft an sich kamen nun noch die Aufregungen um einen neuen pelzigen Mitbewohner auf uns zu. Und aufregend blieb es mit ihm bis zum Schluss.

Pooky – September 1990 – hier bereits fünf Monate alt

Mehrmals mussten wir mit ihm umziehen. Langeweile kam bei uns schon allein wegen dieses Katers nie auf. Er hatte es faustdick hinter seinen pelzigen Ohren. Immer wieder stürzte er sich und uns in aufregende Abenteuer.

Die folgenden Bilder zeigen den plüschigen Rabauken in unserer neuen größeren Wohnung, die uns durch einen Glücksumstand nach der Wende praktisch in den Schoß fiel. Der Schaukelstuhl unten, auf dem sich der Plüschlöwe breigemacht hat, stand noch nicht einmal richtig in der Wohnung, da hatte er ihn bereits für sich okkupiert. Ursprünglich war dieses Schaukelmöbel ein Geburtstagsgeschenk für mich von meinem Mann gewesen. Das hat Pooky aber von Anfang an anders gesehen. Er muss fest davon überzeugt gewesen sein, dass der Stuhl eigens für ihn ins Haus gekommen war.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

1997 mussten wir erneut umziehen. Dieses Mal war unsere Begeisterung mehr als verhalten. Das Haus, ein Mehrfamilienhaus, in dem wir damals wohnten – ganz nah am Ostseestrand – war verkauft worden und sollte in absehbarer Zeit umgebaut werden. Eigentums- bzw. Ferienwohnungen sollten darin entstehen.
Es erging uns, wie es vielen Mietern in Ostdeutschland nach der Wende ergangen ist. Wir mussten aus dem uns so lieb gewordenen Zuhause ausziehen.
Ende 1997 verabschiedeten wir uns schweren Herzens vom Meeresrauschen, von den ewig und immer umherfliegenden Sandkörnchen und vom uns bis dahin ständig umwehenden Meeresduft.

Pooky auf unserer Terrasse – Sommer 1998

Eines wussten wir, wir wollten nicht in eines dieser mehr oder weniger modernen Wohnsilos ziehen. Also hielten wir nach einem Haus Ausschau. Möglich, dass wir verwöhnt waren durch unser Idyll am Meer, in dem wir uns so wohlgefühlt hatten. Vielleicht würden wir ja etwas finden, das unseren Vorstellungen und der Größe unseres Geldbeutels entsprach. Es dauerte auch eine ganze Weile, bis wir endlich etwas Passendes gefunden hatten. Immerhin aber hatten wir nach langer Suche etwas entdeckt, das wirklich rundum passte. Und damit begann wieder ein neues Abenteuer für Mensch und Tier. Es begann mit dem Abenteuer Hauskauf – in einer mehr als ungewissen Zeit.
Nicht nur für uns Menschen, auch für Pooky war es eine enorme Umstellung, als es schließlich soweit war und wir erneut umzogen. Unser inzwischen sieben Jahre alte Kater musste sich dieses Mal an eine ganz fremde Gegend gewöhnen, eine Gegend, in die die Natur erst wieder zurückfinden musste. Wir waren in ein neu erschlossenes Wohngebiet gezogen, in dem weder Baum noch Strauch standen.
Doch Pooky meisterte auch das erstaunlich gut. Sein Park hinter unserem Haus am Meer, ein Abenteuerspielplatz nicht nur für ihn, sondern auch für unsere Kinder, hat ihm zu Anfang sicher sehr gefehlt, so wie uns Menschen die unmittelbare Nähe der Ostsee nahezu schmerzhaft fehlte.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Doch mit den Jahren kehrte auch die Natur, das Vogelgezwitscher, das Leben wieder zurück in die einstige Einöde, in die wir gezogen waren. Ganz, ganz langsam schlossen wir unseren Frieden mit diesem neuen Abschnitt unseres Lebens.

28. Juli 2003 in unserm Garten

Nach dreizehn gemeinsamen Jahren musste Pooky, ein Kater, mit dem uns nicht nur viele Abenteuer, sondern auch eine insgesamt aufregende Zeit verband, sich auf in den Katzenhimmel machen. Das Bild oben ist eines der letzten Fotos von ihm. Am 17. August 2003 hat er seine Augen für immer geschlossen und eine unendliche Leere in unserem Haus und in unseren Herzen hinterlassen.

Veröffentlicht von

Silberdistel

“Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele.” (Cicero)

12 Gedanken zu „Unser Plüschlöwe Pooky aus „Pfote aufs Herz““

  1. „Plüschlöwe“ ist genau die richtige Bezeichnung für euren Pooky! Er sieht so süß aus, wie er da über die Schulter guckt! Mimi war ja sehr eigen, was hochheben und tragen anbelangte, da guck ich immer so gerne solche Bilder! Oh, ja, so sieht er auch aus, daß er es faustdick hinter seinen hübschen, plüschigen Öhrchen hatte! Der Blick! 😊
    Hach, so ein Schaukelstuhl ist doch auf jeden Fall für Katzen erschaffen worden oder irre ich mich da? Das war doch klar, daß der Pooky gehörte, egal, für wen du, liebe Silberdistel, ihn eigentlich gedacht hattest!
    Das tut mir echt so leid, daß ihr aus eurem geliebten Zuhause ganz nah an der Ostsee ausziehen mußtet, da ist so vieles falsch gelaufen dazumalen! Kann ich dir so nachfühlen, wie schwer dir und euch allen der Abschied vom Meeresrauschen fiel. Umso mehr freut es mich, daß ihr nun wieder ein schönes, geliebtes Zuhause habt! Mit einem so herrlichen Garten! Auch, wenn es lange gedauert hat, bis es wieder eine Heimat war.
    Die Bilder sind alle so schön, und ich kann mir so gut vorstellen, welch eine schöne Erinnerung sie für dich sind! Und daß Pooky nach seinem Tod eine so große Leere im Haus und vor allem im Herzen hinterließ, da kann ich voll und ganz nachfühlen.
    Eine gute Nacht wünsche ich allen lieben Silberdisteln, den zwei- und den vierbeinigen, mit lieben Streichlern fürs Pelzduo und ganz lieben Grüßen
    Monika.

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    1. Der Schaukelstuhl war sein absoluter Lieblingsplatz. Manchmal hätte ich mich fast auf Pooky draufgesetzt, so schnell war er mitunter, wenn er merkte, ich wollte mich auf den Stuhl setzen. Das ging ja gar nicht 😁 Man sollte nicht glauben, wie pfiffig Katzen sein können. Er hat bestimmt wirklich gedacht, das ist sein Stuhl.
      Ja, die Bilder sind wirklich eine schöne Erinnerung an ihn. Sehr viele haben wir nicht. Die erste Zeit haben wir ja auch noch nicht digital fotografiert. Ich schrieb es unlängst schon mal, dass man sich damals doch überlegt hat, was man fotografiert. Wenn vom Urlaub noch ein paar Bilder auf dem Film waren, dann durfte auch die Katze mal fotografiert werden, damit der Film endlich zum Entwickeln zum Fotografen konnte 😁 Das ist es jetzt doch unendlich leichter. Wenn ich die alten Bilder sehe, weiß ich die moderne Technik noch einmal mehr so richtig zu schätzen.
      Nach Pookys Tod dachte ich wirklich, dass das Thema Katze für immer abgeschlossen sei. Aber es kam ja anders …
      Liebe Grüße auch an Dich, liebe Monika, und liebe Dankesschnurrer vom Pelzduo für die Streichler 😻😺

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      1. Hihihihi, das mit dem fast draufsetzen kenn ich von Mimi bei meinem Bürostuhl vor dem PC, da hab ich auch oft fast auf ihr gesessen, bevor ich gemerkt habe, daß sie den wieder mit Beschlag belegt hat. Da hab ich dann so manchen Eintrag von einem Drehhocker aus gemacht, weil ich Katz nicht stören wollte! 😂
        Aus den Zeiten haben wohl die wenigsten viele Bilder, da ist das echt so gelaufen, wie du es auch schreibst, schnell noch zum Film voll kriegen. Ich schätze diese neue Technik auch sehr!
        So geht es mir derzeit nach Mimis Tod, mal gucken, ob es doch auch noch einmal anders kommt.
        Danke für die Dankesschnurrer, nochmal liebe Streichler ans Pelzduo und liebe Grüße
        Monika.

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        1. Was meinst Du, liebe Monika, wie oft wir, sowohl mein Herr Silberdistel als auch ich, schon auf dem Behelfsstuhl vor dem PC gesessen haben, während sich die Katzen auf dem bequemen Schreibtischsessel lümmelten. Was tut man nicht alles für seine Katzen? 🤭
          Noch einmal liebe Grüße zurück und natürlich auch wieder liebe Schnurrgrüße vom Pelzduo

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  2. Liebe Silberdistel,
    hab deinen schönen neuen Eintrag erst jetzt entdeckt und freu mich,dass du nochmal besonders auf den Hauptakteur deines feines Buches eingehst!
    Pooky war wirklich ein richtiger schöner Plüschlöwe 😘 ,ich mag Plüschlöwen sehr,ist er doch mein Sternbild. 😉.
    Ich hab ja schon mit Begeisterung all das Schöne und auch Traurige gelesen,was ihr alles mit ihm erlebt habt,und ich hab ihn mit liebgewonnen! Die Fotos von Pooky sind alle wunderschön,ein fotogenes Kerlchen eben!
    Hab nun einen schönen Abend mit all deine Lieben,liebe Streichler für Keks und Torty 💓 💓 und ganz liebe Grüße von Brigitte.

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    1. Liebe Brigitte, so ist dieses Blog gedacht. Ich werde hier noch ein bisschen zum Hintergrund des Buches erzählen. Im Buch hatte ich einiges nur andeuten können, ansonsten wäre ich nie zu einem Schluss gekommen. Ich dachte mir, ich kann vielleicht auch hier noch die eine oder andere Geschichte zu den Akteuren im Buch erzählen, vor allem auch Bilder zeigen. Vielleicht rundet es die ganze Geschichte noch ein bisschen ab.
      Ganz liebe Grüße zurück zu Dir mit Schnurrgrüßen von Keks und Torty 😽😻

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  3. Auch ich bin als künftige treue Leserin dieses öffentlichen Blogs hier, um von neuen Katzen was zu lesen. – Für einen Kater ist Pooky relativ jung gestorben, denn Katzen und Kater natürlich auch können doch über zwanzig Jahre alt werden. – Aber auch da ist es wie bei den Menschen – nicht alle werden über 90.
    Gute Nacht!

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    1. Das freut mich aber doch sehr, liebe Clara 😊, dass Du auch hier mit dabei sein wirst, obwohl Du nicht einmal eine Katze hast 😉 Naja, was nicht ist, kann ja noch werden 😉😁
      Ja, es stimmt schon, dass Katzen durchaus auch über zwanzig Jahre alt werden können. Aber das ist wohl doch eher eine Ausnahme. Hauskatzen werden in der Regel zwischen 15 und 18 Jahre alt. Bei den Freigängern sieht es schon ganz anders aus. Da liegt die Lebenserwartung eher zwischen acht und Zwölf Jahren. So betrachtet hat Pooky ein ganz normales Lebensalter erreicht. Unsere graue Eminenz dagegen ist für eine Freigängerkatze mit ihren gut 18 1/2 Jahren recht alt geworden.
      LG zu Dir

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    1. Fein, liebe Charis 😊 Dann auch hier herzlich willkommen! Ich freue mich, dass Du auch hier dabei bist 😊
      Mit Fotos im Buch ist es so eine Sache. Ich hatte tatsächlich zu Anfang auch einige Bilder mit ins Buch aufgenommen, sie dann aber doch wieder entfernt. Bilder, noch dazu, wenn sie farbig sind, erhöhen auch wieder die Druckkosten. Da muss man schon überlegen, was man möchte – eine Geschichte erzählen oder einen Bildband rausbringen. Wenn ich andererseits auch möchte, dass der eine oder andere mein Buch auch kauft, dann darf es auch wieder nicht zu teuer sein. Ich selbst habe, was den Preis von Taschenbüchern betrifft, eine obere Schmerzgrenze. Und wenn ich die schon selbst habe, muss ich nicht davon ausgehen, dass alle anderen sie nicht haben. Wahrscheinlich wird also auch ein Folgeband keine Fotos enthalten. Die gibt es dann hier. So ist diese Blog gedacht.
      LG zurück zu Dir ❤

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