Wenn neue Technik zum Katzenschreck wird

Das neue Jahr ist für Euch bisher hoffentlich gut verlaufen. Kaum zu glauben, dass wir schon wieder Februar haben. Im Garten sind bereits die ersten zarten Blüten zu sehen. Da kommt schon ein bisschen Sehnsucht nach dem Frühling bei uns auf. Doch bis dahin müssen wir uns wohl noch ein wenig anders unterhalten. Daher gibt es hier wieder einmal eine kleine Geschichte zu lesen – ein Erlebnis mit Kater Pooky, das nicht in meinem Buch „Pfote aufs Herz“ zu finden ist. Ich wünsche wieder viel Spaß mit unserem damaligen Plüschlöwen und uns, seinen Menschen!

An Altbewährtem hält man oft sehr lange fest. In unserer Familie wurden die allmorgendlichen Frühstückseier noch recht lange so gekocht, wie wir das noch von unseren Eltern kannten. Ein Topf mit Wasser wurde zum Kochen gebracht. Wenn das Wasser sprudelte, gab man vorsichtig die Eier hinein und ließ sie so lange kochen, bis sie die gewünschte Härte erreicht hatten. In unserer fünfköpfigen Familie war die ganze Sache noch etwas schwieriger. Jeder wünschte für sein Frühstücksei einen anderen Härtegrad. Also musste der Eierkoch seiner Aufgabe besonders aufmerksam nachgehen. Nach 5 ½ Minuten durfte das erste Ei seinem heißen Bad entkommen, nach 6 Minuten Ei Nummer 2, nach weiteren Minuten irgendwo zwischen 7 und 10 Minuten wurden die anderen drei Eier erlöst. Natürlich mussten sie nach dem Kochvorgang auch noch der richtigen Person zugeordnet werden. Damit es zu keinen Verwechslungen kam, habe ich die Eier meistens mit einem kleinen Motiv bemalt, es sei denn, ich war an einem Morgen einmal nicht so kreativ unterwegs. In solchen kreativlosen Phasen habe ich die Eier einfach nur mit dem Namen desjenigen versehen, dem das Ei zugeteilt werden sollte. Letztere Variante brachte mir allerdings meistens Kritik ein. Man darf seine Lieben halt gar nicht erst verwöhnen. Wo war das fröhliche Guten-Morgen-Ei, das den Tag so besonders machte?

Manchmal bemale ich selbst heute die Eier noch hübsch, damit der Tag ein wenig netter beginnt, so wie unlängst um Weihnachten herum, wenn auch von der Gestaltung her etwas simpler als damals, aber ich bin mit genauso viel Liebe bei der Sache.

Doch genug der Vorrede, Schluss mit der um das Heiße-Ei-Herumrederei, hier soll es schließlich nicht um Eier sondern um Katzen gehen. Oder AUCH um Katzen, besser noch – um Kater Pooky. Oder geht es doch eher um Eier? 🤔Ach, seht einfach selbst …

Eines Tages spazierten mein Mann und ich im Supermarkt unseres damaligen Vertrauens umher und erblickten etwas, das unsere Eierkocherei auf ein neues, höheres Niveau stellen könnte – einen Eierkocher. Was es doch alles so gab? Wieder würde der Küchenalltag ein wenig leichter werden, glaubte ich voller Zuversicht.

Wir kauften das Ding kurzentschlossen. Von da an brach tatsächlich ein neues Frühstückseijahrhundert in unserer Familie an. Der Eierkocher versprach viel, hielt aber kaum etwas davon. Das einzige Versprechen, das er hielt, war das, dass er die Eier kochte – irgendwie. Präzise war jetzt nichts mehr. Das Wunderwerk der Technik war eigentlich keins. Sein einziger Vorteil war, er verbrauchte weniger Wasser als der berühmte Kochtopf.

Wenn es aber um Präzision geht, ist „Handmade“ immer noch die einzig wahre Methode, selbst beim Eierkochen. Aber nun hatten wir das Ding und jeder musste die Eier so essen, wie sie aus dem neuen Wunderkocher kamen – manchmal hart, manchmal weich, nie so, wie wir sie am liebsten hatten. Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wir kochen immer noch mit so einem Ding, wenn auch inzwischen bereits mit Kochern der nächsten und übernächsten Generation. Besser ist seit unserem Ersterwerb aber nichts geworden. Man muss die Eier also nehmen, wie sie aus dem Eierkocher kommen. Fertig!

Achja, Katze war das Thema. Dann jetzt schnell von der Mücke Ei zum Elefanten Kater!

Wir kamen also damals mit unserem ersten Eierkocher hochstolz nach Hause. Am anderen Morgen musste das Teil natürlich sofort ausprobiert werden. Mein Mann konnte sich nicht bremsen, natürlich musste ER die neue Technik in unseren Haushalt einführen und die ersten Koch-Tests fahren.

Er piekste die Eier fachmännisch an, dann gab er sie hinein in das neue Wunderwerk der Technik. Ein wenig Wasser wurde noch hinzugefügt und los ging die Kocherei mit dem Druck auf das Einschaltknöpfchen. Es köchelte bald leise vor sich hin. Wir schauten gespannt zu und vorfreuten uns auf ein ganz neues Frühstückseigefühl.

Derweil spazierte unser Kater Pooky durch die Küche, wie immer, wenn sein Personal sich zu Tisch begeben hatte. Es könnte ja sein, dass etwas für ihn abfallen würde. Falls nicht, kannte er allerlei Tricks, um sich ein leckeres Häppchen zu ergaunern. Er stolzierte also hin, er stolzierte her. Zwischendurch sprang er auf die Ecke in unserer Sitzecke, die scheinbar extra für Katzen erdacht wurde und blickte auf den gedeckten Tisch, schließlich musste er wissen, was seine Menschen Leckeres im Angebot hatten.

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Nun ja, Minzgelee war nicht unbedingt sein Fall. Er sprang wieder von seinem Hochsitz, stolzierte weiter durch die Küche und er ahnte nichts Böses.

Doch wie es so ist im Leben, das Böse schläft nie. Es ruht höchstens, doch irgendwann schlägt es erbarmungslos zu. So auch an diesem Morgen. Plötzlich ertönte ein furchtbar lautes Schnarren. Wir Menschen zuckten erschrocken zusammen, der Kater schoss vor Schreck wie ein Pingpongball  in die Höhe und landete erst ein Stückchen weiter wieder auf seinen vier Pfoten. Mit gesträubtem Pelz, buschigem Schwanz und mächtigem Katzenbuckel stand er erstarrt in der Küche und blickte abwehrbereit hinüber zu unserem neuen Wunderwerk der Technik und knurrte ihn an – den keifenden Eierkocher.

Der Kocher schnarrte weiter und ließ sich vom gefährlich knurrenden Kater nicht beeindrucken. Erst, als sich der Herr des Hauses erhob und auf das Ausschaltknöpfchen drückte, also auf das vom Kocher nicht auf das vom Kater, kehrte wieder Ruhe ein. Menschen und Kater atmeten auf und entspannten sich wieder. Der Kater schrumpfte auf seine normale Größe zurück.

Während sich der Koch an die Verteilung der Frühstückseier machte, galoppierte Pooky Richtung Wohnzimmer. Ihm war wohl durch den schrecklichen Lärm dieses neuen Küchenutensils jeglicher Appetit auf noch so leckere Häppchen vergangen. Er wollte hinaus in den Garten, wie er uns vom Wohnzimmer her durch lautstarkes Miauen mitteilte. Er brauchte entspannendes Vogelgezwitscher um sich, das Summen der Bienen und das Plätschern der in der Vogeltränke badenden Amsel, aber keinen Eierkocher.

Nachdem ich Pooky hinaus in den sonnigen Morgen gelassen hatte, konnte auch ich mich endlich dem Frühstück widmen. Doch entspanntes Frühstück war nun auch wieder anders. Meine Mitesser meckerten herum – am Härtegrad des Frühstückseies. Die Weicheiliebhaber hatten schlechte Karten. Zufrieden war nur die Fraktion der Zehnminuten-Ei-Liebhaber. Ich gehöre zwar auch eher zur ersten Fraktion, aber ein zehn Minuten gekochtes Ei ist mir immer noch lieber als ein Ei in noch fast rohem Zustand. Aber der Herr und Meister dieser ersten Frühstücksei-Erprobungsrunde meinte, Übung mache sicher bald den Ei-Kochmeister. Wir üben immer noch …

Im Laufe der Zeit glätteten sich aber die Wogen wieder. Wir Menschen gewöhnten uns an ein Durchschnittsei und der Kater ignorierte fortan das eklige Schnarren des Eierkochers. Meistens war Pooky bereits im Garten verschwunden, bevor der Kocher überhaupt mit seinem Weckruf begann.

Die Moral von der Geschicht‘ – Menschen und Katzen sind gleichermaßen lernfähig. Dem einen schmecken plötzlich auch härtere oder weichere Eier und der andere weiß, wann er sich besser aus dem Staube macht, als sich mit einem gefährlich schnarrenden Eierkocher anzulegen.

Wir wünschen ein rundum schönes 2023

Wir, Mensch und Katzen, von „Pfote aufs Herz“ wünschen all unseren Lesern und natürlich auch uns und unseren Lieben ein rundum schönes 2023. Ganz besonders würden wir uns darüber freuen, wenn dieses neue Jahr mit viel Gesundheit für uns alle daherkommt und wenn es endlich mal wieder ein friedliches Jahr für die Welt werden würde.

Das Silvesterfeuerwerk war wohl nicht nur hier bei uns dieses Mal ganz besonders heftig. Unseren Pelzträgern zuliebe böllern wir selbst bereits seit Jahren nicht mehr, auch wenn unsere Vierbeiner bisher alle die Knallerei immer einigermaßen gut weggesteckt haben. Auch unsere beiden Plüschlöwen Torty und Keks sind dieses Mal wieder gut über die Runden gekommen. Sie haben sich, als es ganz arg wurde, in die am wenigsten laute Ecke unseres Hauses zurückgezogen. Doch als es später noch einen kleinen Mitternachtssnack gab, kamen sie wieder hervor. Ein Leckerli würden sie sich nie entgehen lassen.

Unsere Torty, von Natur aus etwas ängstlicher als ihr Bruder Keks, musste am gestrigen Neujahrstag scheinbar ordentlich Schlaf nachholen. Sicher war sie durch die Böllerei, die auch in den Morgenstunden des neuen Jahres immer wieder zu hören war, nicht nur einmal aus ihrem Schlaf hochgeschreckt. Sie hat den Neujahrstag dann auch mehr oder weniger in ihrem Lieblingskörbchen verschlafen.

Kater Keks dagegen hat Vögel gefangen – also nicht wirklich – mehr virtuell. Wir, er und ich, haben nämlich zusammen angeschaut, wen die kleine Kamera, die in einem unserer Futterhäuser die gefiederte Gästeschar beobachtet, alles auf Video gebannt hat.

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Keks war ganz begeistert. So nah vor der Nase hat er die Vögel aus unserem Garten eher selten. Schon oft hat er sich bei mir darüber beschwert, dass sie sich nie von ihm aus der Nähe betrachten lassen. Sobald sie ihn erblicken, schreien sie los und fliegen fort. Doch jetzt blieben sie einfach sitzen. So hatten wir am PC beide unseren Spaß.

Keks‘ Versuche, auch mal einen der Spatzen zur näheren Betrachtung in die Pfote zu bekommen, blieben zwar erfolglos, aber langweilig wurde es deshalb noch lange nicht. Wir beide hatten einen überaus spannenden und unterhaltsamen Videonachmittag.

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Aber auch das spannendste Vogelvideospiel ermüdet den motiviertesten Kater. Schließlich ließ sich Keks zwischen Bildschirm und Tastatur nieder, um ein wenig abzuruhen. Doch so richtig ließ ihn das Spiel einfach nicht los. Immer wieder musste er einen Blick auf die Vogelschar hinter sich werfen, wenn auch letztendlich nur noch über Kopf. Zum Aufstehen war er wohl doch schon viel zu müde.

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Irgendwann überkam ihn die Müdigkeit so sehr – Spannung hin, Spannung her, dass er mich nötigte, ihn zwecks einer kleinen Ruhepause auf meinen Schreibtischsessel zu lassen. Dieser „Bitte“ konnte ich natürlich nicht widerstehen. Und so schlummerte mein Videoschnittmeister wenig später auf meinem Sessel ein.

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Und ich? Ich machte mich auf ins Wohnzimmer zu einer Tasse Kaffee und einem Stück leckeren Panettone 😋

Hoffen wir, dass es noch viele solcher schönen Momente in diesem Jahr für uns geben wird wie an diesem 1. Januar. Auch Euch ein schönes, spannendes und gesundes 2023!

Wir wünschen Euch eine schöne Adventszeit

„Pfote aufs Herz“ wünscht Euch allen noch eine schöne restliche Adventszeit. Macht es Euch gemütlich – nicht nur mit Keksen und Kuchen, auch mit Euren Vierbeinern. Vielleicht wohnen ja auch bei Euch solche Plüschlöwen wie hier bei uns. Apropos Keks und Gemütlichkeit, wir können so oder so und nicht nur in der Adventszeit auf den Keks zurückkommen, denn der eine unserer Plüschlöwen trägt den Spitznamen Keks. Gekommen ist er dazu, weil er uns als noch kleiner Kater oft penetrant auf den Keks ging 😉 Was hat er doch alles für Unsinn angestellt.

Inzwischen ist er zwar etwas ruhiger geworden, aber der Schalk sitzt ihm nach wie vor im Nacken. Doch wir wissen, er meint es nur gut mit uns und möchte zu unserer Unterhaltung beitragen. Es wäre auch furchtbar, wenn seinem Personal einmal langweilig werden würde. Obwohl … mit Katzen als Mitbewohnern, denen man noch dazu jeden Wunsch von den Augen ablesen muss, ist es nahezu unmöglich, der Langeweile zu verfallen.

Keks und seine Schwester Torty, die beiden derzeitigen plüschigen Unterhaltungskünstler im Hause „Pfote aufs Herz“, wünschen Euch ein gute Zeit. Lasst sie Euch bis zu den Feiertagen nicht lang werden.

Und noch ein Tipp von den beiden, solltet Ihr noch ein Weihnachtsgeschenk für Eure katzenverrückten Lieben suchen oder Euch gar selbst die Zeit bis zum Heiligabend mit einem guten Buch vertreiben wollen, dann greift zu „Pfote aufs Herz : ohne Katze geht hier nichts“.

Wir garantieren gute Unterhaltung, denn einer der Vorgänger von Torty und Keks, Kater Pooky, um den es in dem Buch geht, hielt uns, seine menschliche Familie, sein Leben lang mit seinen Streichen in Atem und er machte uns letztendlich sogar süchtig nach diesen verrückten plüschigen Vierbeinern. Nach ihm zogen immer wieder solche samtpfotigen Wesen bei uns ein.

Mit Torty und Keks wohnt bereits die dritte Katzengeneration bei uns. Von den beiden wird es hier nun auch ab und zu etwas zu lesen geben. Vielleicht wird aus ihren Erlebnissen mit uns oder unseren mit ihnen irgendwann auch ein Buch. Erlebt haben wir so einiges miteinander. Es muss „nur“ noch aufgeschrieben werden.

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Weihnachten mit Katze

Was kann schöner sein als ein Weihnachtsfest mit Katze? Okay, es muss ja nicht gleich das fröhliche Katzenleben pur sein. Vielleicht reicht für den Anfang auch ein Blick in das Familienleben anderer mit Katzen. Ich kann Euch ein Buch ans Herz legen, das sich sicher gut unter dem Weihnachtsbaum macht und noch dazu während der Feiertage für angenehme Unterhaltung sorgt. Und vielleicht zieht dann irgendwann auch bei Euch ein solch plüschiger Mitbewohner ein wie Kater Pooky 😽 Naja, oder Ihr seid für immer abgeschreckt. Wenn ja, dann war das Buch trotzdem zu etwas gut – es hat Euch vor dem gewarnt, was alles auf Euch zukommen kann, wenn Ihr Euch für ein Leben mit Katze entscheidet 😉😽

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Das Körbchen

Als Kater Pooky noch ein Teeny war, gab es auch meine Großmutter noch. Sie lebte nach wie vor auf dem Bauernhof, den ich als Kind so sehr geliebt habe. Das kleine Dorf ist nicht weit von unserem Nachbarland Polen entfernt. Ich verbrachte nun zwar nicht mehr meine Ferien bei meiner Oma, besucht haben wir sie aber auch später immer wieder einmal. Die Besuche verbanden wir gern mit einem Ausflug hinüber auf die polnische Seite zu einem der dortigen Flohmärkte. Bei einem solchen Einkaufsbummel kurz hinter der Grenze hatten wir wieder einmal allerlei eingekauft. Die Einkaufstaschen waren voll, das Portemonnaie so gut wie leer, und wir waren derweil auch schon ein bisschen pflastermüde. Es war Zeit für den Rückweg. Also auf zum Parkplatz zu unserem Auto. Außerdem wartete Oma sicher schon mit Kaffee und Kuchen auf uns.

Kurz vor dem Ausgang des Marktes blieb mein Blick aber noch einmal hängen – bei einem Händler, der allerlei geflochtene Sitzmöbel und diverse Korbwaren im Angebot hatte. Neben seinem Verkaufstisch stapelten sich Katzenkörbe in unterschiedlichsten Formen, Farben und Größen. Als wäre ich selbst eine Katze, schaute ich verliebt auf diese Ansammlung von Gemütlichkeit pur. Ich sah mich, nun ja … ich sah wohl doch eher Pooky, darin fein zusammengerollt liegen und selig schnurrend die neue Schlafstatt genießen.

Ich war bereits kurz davor, mein Geldtäschchen zu zücken und eins von diesen herrlichen Schlummerkörbchen zu erwerben, als ich mich fragte, ob Pooky wohl von diesen Schönheiten aus Korbgeflecht genauso entzückt sein würde, wie ich es gerade war. Bei diesem Kater konnte man nie ganz sicher sein. Würde er mein Geschenk überhaupt zu würdigen wissen? Katzen können manchmal nämlich sehr beleidigend sein. Und Pooky war Meister darin.

Doch eigentlich war es mir gerade ganz egal, was der Kater dazu sagen würde. Ich hatte mich in diese Körbchen auf Anhieb verliebt. Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich musste einfach eins davon mitnehmen. Und dieses eine da schrie ganz besonders laut nach mir. Ich hörte es rufen ähnlich wie in dem Märchen Frau Holle: „Nimm mich mit, nimm mich mit, sonst versaure ich hier ungeliebt und ungenutzt!“

Der Ruf verfehlte seine Wirkung nicht. Schon hatte ich meinen Geldschein über den Verkaufstisch geschoben und das Körbchen glücklich an meine Brust gedrückt. Zufrieden mit mir und dem Kauf verließ auch ich endlich den Markt und machte mich zum Parkplatz auf den Weg.

Später wieder daheim präsentierte ich Pooky mein Mitbringsel, durchaus darauf vorbereitet, dass er mich und das Geschenk für ihn mit Nichtachtung strafen würde. Ich sah das Körbchen bereits mit Blumen bepflanzt auf unserer Terrasse stehen. Oder meine Wolle würde sich darin auch gut machen.

Doch dieses Mal überraschte mich unser Kater. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ich bereits so schöne Alternativlösungen für das Körbchen vor Augen hatte. Vielleicht war es genau das. Ich sah das Körbchen als meins an und nicht wirklich als Geschenk für Pooky. Und was anderen gehörte, eignete sich unser Kater so selbstverständlich an, als wäre es schon immer sein alleiniges Eigentum gewesen.

Als ich das Weidenkörbchen nun daheim neben mich auf die Couch stellte, sprang Pooky sofort hinauf auf die Couch und beschnüffelte dieses hübsche neue Teil interessiert. Kurz darauf setzte er die eine Pfote hinein, dann die andere und schließlich auch noch die restlichen zwei. Dann rollte er sich darin so selbstverständlich zusammen, als hätte das Körbchen schon immer zu seinen Katzenmöbeln gehört. Wonniglich schnurrend tretelte er gegen das Korbgeflecht. Hätte ich mal zwei gekauft, dann hätte ich auch noch eins für meine Wolle oder für die Blumen auf der Terrasse gehabt.

Andererseits war es ja für Pooky gedacht. Und so betrachtet freute ich mich sehr darüber, dass er mein Geschenk angenommen hatte. Wie sich bald herausstellte, toppte es sogar auf Anhieb die von Pooky so überaus geliebten Obstkistchen. Damit hatte ich nun doch nicht gerechnet. Leider gibt es kein Bild mit Pooky in diesem Körbchen. Damals haben wir noch nicht digital fotografiert, entsprechend sparsam sind wir mit dem Filmmaterial umgegangen. Aber Bilder vom Körbchen an sich gibt es etliche – mit Pookys vierbeinigen Nachfolgern.

Dass Katzen Korbmöbel generell lieben, habe ich erst viel später erfahren. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Inzwischen wurde das Körbchen bereits an die dritte Katzengeneration weitervererbt. An Beliebtheit hat es nie eingebüßt. Unserer Ende Februar verstorbenen alten Katzendame (linkes Bild) passte das Körbchen nahezu perfekt. Aber auch unser über 9-kg-Kater Bärchen (das Bild unten in der Mitte) wusste sich so ins Körbchen zu falten, dass es immer noch urgemütlich aussah. Die Geschwister Torty und Keks (rechtes Bild) passten als zwölf Wochen alte Katzenkinder sogar noch zu zweit in das alte Erbstück hinein.

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Wie auf den folgenden Bildern zu sehen ist, ist nun nur noch für einen der beiden Platz in dem guten Stück. Aber keine Panik – aus dem Nachlass unseres Nachbarkaters haben wir ein zweites Körbchen übernehmen dürfen. Es gleicht der Urmutter wie ein eineiiger Zwilling.

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Doch selbst wenn wir den Nachbarkater nicht beerbt hätten und Torty das so überaus beliebte alte Körbchen besetzt hielt, würde unser Kater Keks keine Körbchen-Not leiden. Er findet immer irgendwo eins, in das er irgendwie hineinpasst.

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Ein Teppich für den Kater

Stricken war vor einigen Jahren noch eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Inzwischen bin ich davon irgendwie abgekommen, obwohl ich immer noch jede Menge Wollvorräte gehortet habe. Damals habe ich nicht nur die Familie von Kopf bis Fuß bestrickt, auch Dekoratives für unser Zuhause gehörte zu meinen Strickkunstwerken. Ein Flickenteppich, eine Art Läufer, war eines meiner Lieblingsprojekte. Schon eine ganze Weile hatte ich nach einer Idee gesucht, wie ich eine schadhafte Stelle auf unserem sonst noch schönen Wohnzimmerteppich verdecken konnte.

In einer meiner Handarbeitszeitschriften sprang mir schließlich eine Idee entgegen. Ein wunderschöner Flickenteppich lächelte mich daraus an. Ich war sofort verliebt in ihn. Zusammengesetzt war er aus mehreren aus verschiedenen Paketbandsorten gestrickten Quadraten.

Natürlich machte ich mich eilends auf die Suche nach entsprechendem Material für meinen Teppich. Paketband gab es eher nicht in meinem Lieblingswolleladen. Doch in Schreibwarenläden wurde ich fündig.

Das Paketband von damals, wir sprechen hier von DDR-Zeiten, diente zum Zuschnüren von Paketen. Damals wurde geschnürt und nicht geklebt. Farb- und Materialbeispiele zeigen die ersten drei Bilder in der folgenden Diaschau. Ein Beispiel aus dem jetzigen Jahrhundert ist das darunter abgebildete Knäuel, das allerdings mehr ein Band aus dem Gärtnerbedarf ist. Es kommt der damaligen Paketschnur zumindest einigermaßen nahe. Es ist allerdings wesentlich fester und sicher nicht so gut zum Stricken geeignet wie das, das ich im vorigen Jahrhundert 🤭 verwendet habe.

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Wie erstaunt war ich damals, als ich auf die Suche nach entsprechender Paketschnur ging, wie viele unterschiedliche Sorten es davon gab. Das war mir bis dahin noch gar nicht aufgefallen. Fröhlich kaufte ich mich durch dickes und dünnes, meliertes und einfarbiges Band. Am Ende hatte ich eine hübsche Kollektion zusammen. Mein Strickmarathon konnte beginnen. Abend für Abend fertigte ich etwa 30×30 cm große Quadrate aus den unterschiedlichen Paketbandsorten. Da mein Teppich etwa so lang werden sollte wie der Schrank war, vor dem der Teppich später seinen Platz finden sollte, musste ich etliche Quadrate stricken. Nachdem das erste Quadrat fertig war, legte ich es probehalber vor dem Schrank aus. Daran würde ich sehen können, wie viele Quadrate ich noch stricken müsste. Mein Probestück könnte dort auch gleich liegenbleiben, bis alle Teile fertig sein würden. Es störte ja nicht. Im Gegenteil, es sah sogar ganz nett aus.

Unser Kater Schnups hatte sich kurz zuvor häuslich vor unserer Heizung niedergelassen, um sich von seinen anstrengenden Tagesgeschäften zu erholen. Kaum aber lag mein erstes Strickquadrat vor dem Schrank, hatte der Kater nichts Eiligeres zu tun, als hinüber zu dem Gestrickten zu gehen. Da lag etwas Neues. Neugierig wie er war, musste er das natürlich inspizieren. Er beschnupperte das Strickstück zunächst eine ganze Weile. Schließlich schien er es genehmigt zu haben. Seine Zustimmung besiegelte er damit, dass er sich mitten darauf niederließ, sich noch ein wenig zurechtrückte und sich anschließend auf die Größe des gestrickten Quadrates zusammenrollte. Zufrieden mit sich und seinem neuen Teppich schloss er entspannt die Augen und setzte seinen begonnenen Spätnachmittagsschlaf fort.

Kater Hannibal alias Schnups

Als ich am anderen Tag mein nächstes Quadrat fertig hatte und zur Probe an das erste legte, hatte Schnups nichts Eiligeres zu tun, als sich wieder auf das kleine, inzwischen um ein Quadrat gewachsene, Stück Teppich zu legen. Dieses Mal aber rollte er sich nicht wie am Abend zuvor auf dem einen Quadrat zusammen, er machte sich etwas länger. Er füllte die beiden aneinander liegenden Teile vollständig der Länge nach aus. Toll, was seine Menschenfrau ihm da geschenkt hatte.

Beim nächsten fertiggestellten Stück Flickenteppich machte sich Schnups noch länger. Ich staunte mächtig, wie lang dieser Kater doch war. Und von einem gestrickten Quadrat zum anderen wurde auch der Plüschlöwe darauf immer länger und schließlich sogar breiter. Er bemühte sich jeweils, die Teppichstücken so gut wie möglich auszufüllen.

Auf Claras Wunsch habe ich jetzt noch nach dem Teppich gefahndet und ihn tatsächlich unter den alten Handtüchern und Decken, die den Katzen auf Fensterbrettern & Co. mitunter noch als Unterlage dienen, gefunden. Der Kater, der darauf umherläuft, ist allerdings nicht Schnups. Das Double ist Keks, der aber durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit dem damaligen Teppichbesetzer Schnups hat. Keks wollte allerdings lieber unter den Teppich kriechen, als ich das gute Stück zu Fotozwecken auslegte. Der Teppich dürfte inzwischen mindestens 35 Jahre alt sein. Man sieht es ihm auch an, löchrig, wie er inzwischen ist. Aber auch Generationen später lieben ihn, wie man sieht, die Katzen immer noch. Wenn auch irgendwie anders 😉😁

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Aber zurück zu Schnups und dem Teppich. Wir warteten jedes Mal ganz gespannt, was passieren würde, wenn ich wieder ein neues Quadrat anlegen konnte. Es dauerte nie lange, bis Schnups auch das neue Teppichstück als sein ganz persönliches beschlagnahmte. Er muss fest der Meinung gewesen sein, dass ich den Teppich ganz allein für ihn angefertigt hatte. Auch als der Flickenteppich schließlich fertig zusammengenäht und an beiden kurzen Seiten mit Fransen verziert war, verlor er für den Kater nicht die Faszination. Im Gegenteil, der Paketbandteppich war und blieb vom ersten Tag an Schnupsens Lieblingsschlafplatz.

Der Kater von heute, Keks, liegt nicht drauf, er liegt lieber drunter 😻

Den kleinen Strickläufer hatten wir noch viele Jahre – sogar über den Kater hinaus. Später, als sich doch ein neuer Wohnzimmerteppich notwendig machte, verbrachte das gute Stück noch etliche Jahre in unserem Bad. Schnups weilte da schon lange nicht mehr unter uns. Doch der Teppich hat mich immer wieder an Schnups und seine seltsame Marotte im Zusammenhang mit diesem Flickenteppich erinnert.

Die Floh-Invasion

Eines schönen Tages war das Mehrfamilienhaus, in dem wir damals – in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts – wohnten (die Bilder unten sind wesentlich später entstanden), mit einer Schönheitskur dran.

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Zu diesem Zweck wurde unser Haus am Meer rundum mit Gerüsten versehen. Es sollte nicht nur geputzt und gemalert werden. Das Haus sollte einer Generalsanierung unterzogen werden. Dazu gehörte auch, dass Fensterläden ausgebessert bzw. erneuert wurden, Balkone und sogar das Dach sollten wieder mit neuem Schick daherkommen.

Wir waren wochenlang von einer ständigen Geräuschkulisse umgeben. Es wurde geputzt, geklopft, gesägt, gebohrt und gehämmert. Selten einmal im Leben waren wir so froh wie zu diesem Zeitpunkt, dass wir berufstätig waren und tagsüber diesem allgegenwärtigen Lärm und Staub entfliehen konnten. Selbst unsere Kinder waren glücklich darüber, dass sie in die Schule gehen durften.

Rund um das Haus sah es alles andere als sauber und ordentlich aus. Die Bauarbeiter verteilten all den anfallenden Bauschutt rund ums Haus. Auch unter dem Dach wurde kräftig gebaut und geräumt. Bei der Gelegenheit bekamen wir erstmals mit, wo die Fledermäuse, die abends oft unser Haus umflogen, ihr Quartier hatten. Sie wohnten auf einem ungenutzten Teil des Dachbodens. Entsprechend muss es dort oben wohl ausgesehen haben. Wir fanden eines Tages in einem der Schuttberge am Haus sogar eine mumifizierte Fledermaus. Unsere Töchter waren ganz begeistert von dem Fund und berichteten ihrer Lehrerin davon. Die nun wiederum fragte, ob sie die Fledermaus nicht als Anschauungsobjekt mit in die Schule bringen könnten. So trug unser Fledermausfund sogar dazu bei, den Biologieunterricht ein wenig zu bereichern. Wann sah man schon mal eine Fledermaus, noch dazu so nah? Und sie war wirklich gut erhalten. Wahrscheinlich hatte sie, an einem der Dachbalken hängend, ihr Leben ausgehaucht. Gut durchlüftet, wie Dachböden oft sind, wurde sie in diesem Zustand perfekt mumifiziert. Eine Haussanierung kann also in Teilen auch spannend sein und allerlei Interessantes zum Vorschein bringen.

Wenn wir nun gedacht hatten, dass wir nach Feierabend daheim Ruhe vor dem Baulärm haben würden, dann war das, zumindest bis es Zeit zum Schlafengehen war, der Fall. Danach aber rumpelte und pumpelte es die ganze Nacht durch, als hätten die Bauarbeiter eine Nachtschicht eingelegt. Zwar hämmerte und sägte es nicht, es klang eher so, als würden sie auf dem Baugerüst Fangen spielen. Doch nicht die Bauarbeiter spielten in der Nacht Fangen, Katzen tobten über die klappernden Bretter des Gerüsts rund ums Haus. Möglicherweise war auch noch eine Marderfamilie an diesem Polterwettbewerb beteiligt. Eines Abends hatten mein Mann und ich, als wir den Fledermäusen zuschauten, die unser Haus umflatterten, einem Mader ins Angesicht geblickt. Der schaute unter einer der Dachpfannen unseres Hauses hervor und zu uns hinunter. Es mögen also vielerlei Poltergeister, die uns den Nachtschlaf raubten, auf dem Gerüst unterwegs gewesen sein. Sie alle hatten aber wohl viel Spaß bei diesem Fange-Spiel. Sie müssen sich wie auf einem Abenteuerspielplatz vorgekommen sein. Wahrscheinlich haben sie alle Ecken und Winkel und sogar den Dachboden erkundet. Und genau dort oben, wo die Fledermäuse lange Jahre unbehelligt gewohnt hatten, muss auch unser Kater Hannibal alias Schnups (vielleicht kennt Ihr ihn aus meinem Buch) die geheimen Winkel des Hauses inspiziert haben. Dabei muss er auf noch andere Mitbewohner des Hauses gestoßen sein, auf solche, denen nun wiederum die Fledermäuse fehlten. Letztere nämlich waren durch die Baumaßnahmen aufgeschreckt worden und hatten ihre Unterkunft vorerst verlassen. Ausgehungert, wie sie inzwischen waren, kamen diesen Untermietern Katzen & Co. gerade recht. Kurzentschlossen zogen sie auf die pelzigen Vierbeiner um.

Da unser Kater Schnups nur ein Teilzeithauskater war, dauerte es eine Weile, bis wir bemerkten, dass er nicht mehr ganz allein durch den Tag sprang. Eines Tages war ich wieder einmal in unserem Wohnzimmer mit dem Staubsauger unterwegs. Ich hatte dabei meine schicke beige Lieblingsjeans an. Während ich den Staubsauger durchs Zimmer schwenkte, beobachtete ich, dass auf meiner hellen Hose jede Menge kleiner schwarzer Punkte zu sehen waren. Mal waren es mehr, dann wieder weniger. Was waren das für seltsame Schmutzflocken? Als ich sie mit der Hand abputzen wollte, bemerkte ich, dass die Punkte ganz von allein fortsprangen. Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht. Das war gar kein Schmutz, es handelte sich bei den Punkten um Flöhe. Wo kamen die so plötzlich her und noch dazu in solchen Mengen? Und dann stieg ganz langsam ein Verdacht in mir hoch. Schnups war gerade in die Küche gegangen, um sich seinen Bauch vollzuschlagen. Als er wieder ins Zimmer kam, griff ich ihn und schaute ihn mir etwas genauer an. Ich hatte richtig getippt, der Kater saß voll mit Flöhen. Noch nie zuvor hatte ich so viele von diesen Biestern gesehen. Erschrocken ließ ich vom Kater ab. Doch mit diesen zahllosen Plagegeistern im Pelz konnte ich den armen Kerl nicht weiter herumlaufen lassen. Zum Glück hatte ich ein Spray gegen solche und ähnliche unliebsamen Hausgäste im Schrank. Ich besprühte nach und nach alle Räume damit, in der Hoffnung, dieser Floh-Invasion irgendwie Herr werden zu können. Falls nicht, müssten wir wohl einen Kammerjäger beauftragen, um uns von dem Übel zu befreien. Den Kater behandelte ich mit einem Flohmittel für Katzen und entließ ihn wieder nach draußen. Noch weitere Male wiederholte ich im Wochenabstand die Entflohungsaktion im Haus und am Plüschlöwen. Danach hatten wir tatsächlich Ruhe.

Eine solche Floh-Invasion hatten wir nie zuvor erlebt. Auch danach habe ich nie wieder so viele Flöhe auf einmal gesehen. Im Nachhinein wundere ich mich immer noch darüber, dass wir davon nicht schon viel eher etwas bemerkt hatten. Es sprang und hopste ja nur so in unserem Wohnzimmer. Aber vielleicht mochten die Plagegeister unseren Schnups einfach lieber.
Sicher, manchmal brachte auch eine unserer späteren Katzen einen Floh mit nach Hause. Doch das waren Einzelfälle, die wir in der Regel schnell wieder loswurden, wenn wir die Katzen und ihre Liegeplätze konsequent behandelten.

Wahrscheinlich hatten wir diese enorme Floh-Invasion wirklich den Baumaßnahmen und den unter dem Dach wohnenden Fledermäusen zu verdanken. Trotzdem war es auch später, als unser Haus wieder wie neu aussah und die Fledermäuse in ihr ehemaliges Quartier zurückgezogen waren, immer wieder schön, abends, wenn wir noch bis in die Dämmerung hinein draußen im Garten saßen, den um unser Haus flatternden Fledermäusen zuzuschauen. Wenn unsere Katzen nicht unters Dach kamen, würden sie auch von dort oben keine Flöhe mitbringen können. Wir konnten also den flatternden Jägern ganz entspannt zuschauen. Doch wenn ich heute Fledermäuse sehe, fällt mir gleich wieder diese Floh-Invasion von damals ein.

Später habe ich mich so manches Mal noch gefragt, ob die Bauarbeiter nicht auch reichlich Flöhe zu sich nach Hause getragen haben.

Das unfreiwillige Bad

Manchmal bekommt man alles zurück, was man irgendwann einmal jemandem mehr oder weniger aufgezwungen hat. Ich hatte in den beiden Beiträgen zu Kater Mohrle hier im Blog, „Auch bei mir kam ein Kätzchen aus dem Regen“ und „Vom Regen in die Traufe?„, erzählt, dass ich mir als Kind nichts sehnlicher als ein eigenes Kätzchen gewünscht hatte und wie ich schließlich sogar zu ihm kam. Sicher spielte mir letztendlich auch der Zufall eines Tages ein Kätzchen regelrecht in die Hand. Andererseits hat der Wunsch nach einem solchen plüschigen Mitbewohner wohl auch mein damaliges Handeln bestimmt. Obwohl ich wusste, dass das Thema Kätzchen zuhause ein Tabuthema war, habe ich, ob nun bewusst oder unbewusst, meinen Eltern letztendlich doch dieses winzige flauschige Findelkind aufs Auge gedrückt, das mich dann auch einige Jahre durch meine Kindheit begleitete.

Viele Jahre später tat es eine meiner Töchter mir gleich. Sie nötigte nun mir ein Katzenkind auf. In meinem Buch „Pfote aufs Herz“ habe ich erzählt, wie ich Stück für Stück weichgeklopft wurde. Aber irgendwo im Hinterkopf hatte ich auch Verständnis für den Wunsch nach einem solch kleinen Plüschlöwen. Ging es mir doch als Kind nicht anders als meinen eigenen Kindern später. Ich selbst war mit meinem Kater Mohrle schließlich richtig glücklich. Wir haben viel Lustiges miteinander erlebt, manchmal allerdings auch Aufregendes. Letztendlich habe ich wohl auch genau deshalb nachgegeben und Kater Pooky, den Haupthelden aus meinem Buch, in unsere Familie aufgenommen. Ich konnte mich plötzlich wieder mehr als deutlich daran erinnern, wie sehr ich mir als Kind eine Katze gewünscht hatte und wie glücklich ich war, als dieser Wunsch endlich Wirklichkeit geworden war. Und so trat Pooky nach einigem Hin und Her schließlich in unser Leben. Damit hatte ich genau das zurück, was ich einst meinen Eltern aufs Auge gedrückt hatte. Dieses Mal hieß es Pooky, damals war es Mohrle.

Und zu Letzterem, zu Kater Mohrle, gehen wir jetzt noch einmal zurück und mit ihm in meine Kindheit …

Nachdem der kleine Plüschlöwe aus seiner Kartoffelkiste im Keller zu uns hoch in die Wohnung gezogen war, musste er zwar erst einmal mit unserem Bad als neue Unterkunft zufrieden sein, doch nach und nach vergrößerte er fast unmerklich seinen Aktionsradius. Zunächst wanderte sein Futterteller in die Küche und schließlich erkämpfte er sich sogar den einen oder anderen Liegeplatz im Heiligtum meiner Eltern – in unserem Wohnzimmer. Nachts musste Mohrle allerdings immer wieder zurück ins Bad. Dort hatte er auf dem Fensterbrett seinen Schlaf- und Ruheplatz. Er liebte diesen Platz sehr, konnte er doch von dort aus auch beobachten, was in der weiten Welt draußen vor dem Fenster alles passierte. Das Fenster war etwas höher gelegen – etwa 1,50 m oder sogar noch etwas höher über dem Boden. Wenn man ins Badezimmer hereinkam, befand sich gleich links ein Kohlebadeofen, der mit Kohle befeuert werden musste, wenn man ein warmes Bad nehmen wollte. An den Ofen schloss sich die Badewanne der Länge nach an, dahinter wiederum stand das Toilettenbecken. Links vom Toilettenbecken befand sich in besagter Höhe das kleine Badfenster. Gewöhnlich sprang Mohrle, wenn er auf sein Fensterbrett wollte, zunächst auf den Badewannenrand, geschickt balancierte er auf dem Wannenrand vor bis zum Toilettenbecken und von dort aus sprang er hoch aufs Fensterbrett.

Eines Tages war wieder einmal Badezeit für mich. Der Badeofen war angeheizt, das Wasser inzwischen angenehm warm geworden. Ich stöpselte die Badewanne zu, tat etwas vom Badeschaum in die Wanne, öffnete den Wasserhahn und ließ mir Badewasser ein. Während das Wasser lief, prüfte ich immer mal wieder die Wassertemperatur. Bald hatte das Wasser die richtige Temperatur erreicht. Ich wollte mich gerade für das Bad fertigmachen, als es laut vor der Badtür maunzte. Ausgerechnet jetzt musste der Kater wohl auf sein Kloschüsselchen. Mir blieb also nichts anderes übrig, als ihm die Tür zu öffnen, wenn ich nicht wollte, dass er sich gezwungenermaßen für sein Geschäftchen ein anderes Örtchen in der Wohnung suchen würde. Damit wäre Ärger vorprogrammiert. Und darauf war ich nun absolut nicht aus, schließlich wollte ich Mohrle behalten und ihn nicht wegen einer solchen Sache am Ende doch noch abgeben müssen.

Ich öffnete dem Kater also die Tür. Der rannte aber nicht schnurstracks zu seinem Trockenklo, sondern er sprang auf den Rand der Badewanne und balancierte darauf entlang. Scheinbar hatte gar nicht die Katerblase gedrückt, er wollte nur einfach auf das Fensterbrett, um nach draußen zu schauen. Vielleicht wollte er mir auch einfach nur Gesellschaft leisten. Bis zur Mitte der Wanne war er bereits gekommen, als der Meister der Balance plötzlich ins Straucheln geriet. Der Wannenrand musste ein wenig vom Wasser, das ich mir zum Baden eingelassen hatte, nass und rutschig geworden sein. Jedenfalls rutschte Mohrle mit einem lauten Plumps ins Wasser. Starr vor Entsetzen blickte ich auf den Kater, der gerade völlig in meinem herrlichen Schaumbad untergetaucht war. Oh Gott, er würde doch wohl nicht ertrinken? Dass Katzen gute Schwimmer sind, war mir in dem Moment wohl nicht so richtig bewusst. Vielleicht wusste ich es auch gar nicht. Auch fiel mir gerade nicht ein, dass ich selbst seine Rettung sein könnte. Ich weiß nur noch, dass ich mächtig Angst um meinen Kater hatte. Doch der war nur kurz untergetaucht, dann schoss er wie von einem Katapult abgeschossen in einem Riesensatz aus der Wanne und landete dicht neben mir auf dem Fußboden. Nicht nur der Kater war klatschnass, auch der Fußboden, die gegenüberliegende Wand und natürlich ich hatten ordentlich was vom vor Nässe triefenden Kater abbekommen. Dazu, meine Kleidung für das Bad abzulegen, war ich wegen der Störaktion des Katers noch gar nicht gekommen. Unverhofft sah ich nun so nass aus, als wäre ich gerade voll bekleidet zusammen mit dem Kater in die Wanne gefallen. Nun gut, meine Sachen konnte ich zum Trocknen aufhängen, doch der Kater ließ sich eher schlecht auf die Wäscheleine hängen. Bevor Mohrle noch durch die gesamte Wohnung patschen konnte, griff ich ihn und mein Handtuch und frottierte den armen Kerl ab. Wie dünn und winzig er plötzlich aussah – so nass wie er war. Er glich mehr einer nassen Ratte als meinem sonst so flauschig aussehenden Kater. Hoffentlich würde er sich nicht erkälten. Ich machte mir echt Sorgen um ihn. Doch dann kam mir eine Idee.

In unserem Wohnzimmer stand damals, um den Raum zu beheizen, ein Kachelofen. Es war Winter und der Ofen war natürlich entsprechend warm. Pooky saß im Winter, wenn der Ofen beheizt war, gern mal ganz oben auf dem Ofen. Er sprang dann jeweils von der Couch, die neben dem Kachelofen stand, hinauf und verschlief dort oben in angenehmer Wärme den Tag.
Nachdem ich die nasse „Ratte“ ordentlich trockengerubbelt hatte, nahm ich ich den Kater mit ins Wohnzimmer und warf ihn mit einem kühnen Schwung hinauf auf den Ofen. Dort oben würde er sicher besser trocknen als auf der schönsten Wäscheleine. Und tatsächlich blieb Mohrle auch auf dem Ofen liegen, bis er wieder rundum ganz trocken war.

Als er später frisch getrocknet durch die Wohnung spazierte, sah er richtig fluffig aus. Aus der dünnen Ratte war ein richtig hübscher Löwe geworden, noch dazu einer, der ganz herrlich nach meinem Schaumbad duftete. Auf dem Bild oben ist links am Rand ein Stückchen von dem Kachelofen, der so einen schicken Löwen aus Mohrle gemacht hatte, zu sehen. Der Kachelofen hatte noch andere schöne Seiten. Er hatte eine Ofenröhre auf halber Höhe, in der man im Winter so allerlei wunderbar warmhalten konnte. Und zu Weihnachten machte meine Mutter darin Bratäpfel. Wie herrlich es dann immer duftete. Aber an diesem Abend duftete es nicht nach Bratapfel, sondern nach einem flauschigen schaumgebadeten Kater.

Über dieses Blog

„Pfote aufs Herz“ ist nicht der Film zum Buch, sondern, als kleiner bescheidener Ableger meines Blogs „Durch Bücherstaub geblinzelt“, das Blog zum Buch. Da mein Blog „Durch Bücherstaub …“ seit einigen Jahren nur noch als privates Blog existiert, ich das aber nicht wieder ändern möchte, habe ich beschlossen, mit „Pfote aufs Herz“ ein neues öffentliches Blog zu starten. Anlass dafür ist mein Buch

 „Pfote aufs Herz: ohne Katze geht hier nichts“.

Anfang März ’22 ist es als Taschenbuch erschienen, und seit dem 1. April – das ist kein Aprilscherz  – gibt es „Pfote aufs Herz“ auch als E-Book sowohl in der Kindle-Version als auch als e-Pub.

Wer also an unseren Katzen-Menschen-Erlebnissen gern teilhaben möchte, kann es hier bestellen oder gern auch bei seinem Lieblingsbuchhändler. Das Taschenbuch ist für 9,99 Euro zu haben, das E-Book für 3,99 Euro.

In loser Folge wird es hier immer mal wieder einige Hintergrundinformationen zum Buch geben. Und vielleicht gibt es sogar irgendwann einen nächsten Band zu „Pfote aufs Herz“.

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Wenn ein Tierarztbesuch zum Abenteuer wird

In meinem Buch „Pfote aufs Herz“ lernt der Leser zunächst Kater Hannibal alias Schnups kennen. Wie wir zu ihm kamen, das erzählt neben vielen anderen Menschen-Katzen-Erlebnissen mein Buch. Aber auch hier im Blog wird es immer mal wieder etwas über diesen Kater zu lesen geben.

Dass unser Fahrradschuppen einmal zum Kreißsaal für Katzen werden könnte, hatte ich nun wirklich nicht gedacht. Die schwarze Hofkatze Minka, die sich den Hof des Mehrfamilienhauses, in dem wir damals wohnten, als Mittelpunkt ihres Reviers auserkoren hatte, muss das allerdings anders gesehen haben.

Für sie muss unser Schuppen der ideale Ort gewesen sein, um ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen. Eine alte Kinderbettmatratze, die wir in den Schuppen ausgelagert hatten, diente ihr für diesen Zweck als Lagerstatt und nachfolgend ihren drei Katzenbabys als perfekte Kinderstube. Nachdem wir unsere supersüßen pelzigen Untermieter entdeckt hatten, brachten wir es nicht übers Herz, sie einfach vor die Tür zu setzen. Irgendwie saß mir immer noch das schlechte Gewissen, das mir Minka mit ihrem Kopfkissengeschenk beschert hatte, im Nacken. Die kleine Katzenfamilie durfte also dieses Mal bleiben, wo sie war. Und schließlich versuchte ich sogar, ein schönes Zuhause für die Katzenkinder zu finden. Zwei der Kätzchen konnten auf einen Bauernhof ziehen, doch eins blieb am Ende trotz all meiner Mühen übrig – ein graugetigertes Katerchen. Und genau dieser kleine Bursche schlich sich nach und nach in mein Herz und wurde im Laufe der Zeit zu einem Teilzeithauskater, der regelmäßig von uns Futter bekam und bei Bedarf auch einen trockenen und warmen Schlafplatz in unserer Wohnung. In Freiheit geboren, ist Schnups aber nie ein reiner Stubenkater geworden. Er liebte das Leben in der freien Natur viel zu sehr. Zum Futtern kam er ins Haus, mitunter auch für ein kurzes Nickerchen. Letzteres speziell im Winter, wenn es draußen nass und unangenehm kalt war. Dann lag er gern für eine Weile an der warmen Heizung – oft regelrecht in die Heizungsrippen gefaltet.

Er wuchs mit unserer Unterstützung zu einem prächtigen Kater heran. Damals, als wir ihn unter unsere Fittiche nahmen, hatte man es allgemein noch nicht so mit dem Kastrieren der Katzen. So blieb auch Kater Hannibal, so hatte ich ihn bald genannt, ein richtiger Kater. Im Frühjahr und Sommer lockten ihn somit auch bald die Katzendamen, und mit ihnen kam es wohl auch öfter zu Rivalitäten unter den Katern. Dabei müssen mitunter ganz schön die Fetzen geflogen sein, denn unser getigerter Freund kam nicht selten mit einem neuen Schlitz im Ohr oder sogar einem Schmiss in seinem Pelz zurück. Kleinere Wunden konnte ich selbst behandeln. Manchmal aber entzündete sich doch eine dieser Verletzungen, die dann dummerweise auch einen Tierarztbesuch notwendig machte. Eine richtige Katzentransportbox besaßen wir damals nicht. Bis dahin hatten wir nicht vermutet, dass wir den Kater irgendwann irgendwohin würden transportieren müssen. Doch das war ein gewaltiger Irrtum, wie sich plötzlich herausstellte. Also musste für die Fahrt zum Tierarzt auf die Schnelle etwas anderes herhalten. Ein Einkaufskorb aus Plastik sollte wohl gehen. Darüber spannten wir ein altes Fischernetz, banden es fest und fertig war die Katzenbehelfstransportbox.

Als ich mich eines Tages mit dem Kater auf den Weg in die hiesige Tierklinik machen musste, standen mir bereits vor der Fahrt dorthin die Schweißperlen auf der Stirn. Schon allein der Akt, den Kater in die Behelfsbox zu bekommen, war mehr als schweißtreibend. Selbst die liebste Hauskatze lässt sich ja in den meisten Fällen, wie ich heute weiß, nicht ohne Gegenwehr in den schönsten und bequemsten aller Transportkörbe stecken. Unser halbwilder Hannibal gebärdete sich entsprechend panisch. Bis dahin war er nie in irgendetwas eingesperrt worden. Was hatten die Menschen nur plötzlich mit ihm vor? Ich konnte ihm ja leider nicht erklären, dass diese „Zwangsjacke“ nur zu seinem Guten sein sollte. Selbst, wenn er es verstanden hätte, hätte ihm sicher immer noch die Einsicht in die Notwendigkeit dieser Aktion gefehlt.
Irgendwie aber mussten wir den Kater in die Behelfsbox bekommen. Gutes Zureden war illusorisch. Allein hätte ich das Problem wohl kaum lösen können. Einer musste den Korb halten. In der Regel war das mein Mann. Da der Kater zu mir am meisten Vertrauen hatte, war ich dafür zuständig, ihn zu greifen und in den Korb zu verfrachten. Anschließend musste blitzschnell das Netz über Kater und Korb geworfen und irgendwie befestigt werden. Wenn das nicht in rasanter Geschwindigkeit geschah, war der Kater schneller wieder raus aus dem Korb, als wir gucken konnten. Mein Blutdruck war bei diesen Aktionen sicher jeweils jenseits von Gut und Böse. Wahrscheinlich hätte ich selbst einen Arzt gebraucht, der sich um meinen Bluthochdruck gekümmert hätte.

Doch schließlich war es geschafft, der Kater steckte im Einkaufskorb. Es konnte also losgehen auf die Abenteuerreise. Ob ich Hannibals Vertrauen in mich verspielt hatte, würde sich wohl nach dieser Aktion zeigen.

Wenn man mit Kindern reist, schickt man sie gewöhnlich vor der großen Fahrt noch einmal auf die Toilette. Man möchte schließlich nicht, dass unterwegs ein Unglück geschieht, denn, weiß man, ob man gerade dann anhalten kann, wenn die Blase von Töchterchen oder Sohnemann überzulaufen droht?

Der Kater aber wurde ohne Vorwarnung einkassiert und in die „Zwangsjacke“ gesperrt. Er konnte also vorher gar nicht noch mal schnell für kleine Kater gehen.
Was ich davon haben sollte, würde ich bald sehen. Wahrscheinlich läuft wohl auch bei Katern vor lauter Furcht vor dem, was ihm bevorstehen mag, die Blase schneller voll als zu normalen völlig ungestressten Zeiten. Da geht es einem Kater sicher nicht anders als uns Menschen.
Jedenfalls hatte ich den Behelfskatzentransportkorb samt Kater eben aus dem Auto gehoben und mich auf den Weg zur Tierarztpraxis gemacht. Unterwegs kam mir ein Herrchen mit Hund entgegen. Plötzlich vernahm ich ein plätscherndes Geräusch. Ich glaubte, der Hund vor mir würde sich gerade auf dem Weg erleichtern, hatte er doch endlich den furchtbaren Tierarztbesuch hinter sich. Doch nix da, sein Herrchen grinste mich amüsiert an und schaute belustigt auf mein fest verschnürtes Katerpaket unter dem Arm. Erst jetzt merkte ich, dass das Plätschern nicht von vorn, sondern von rechts neben mir kam. Zugleich spürte ich, dass meine Hand, die den Korb mit dem Kater umfasst hielt, nass wurde. Erschrocken begriff ich, was da gerade abging, und umfasste nun auch mit der zweiten Hand den Korb, um ihn möglichst weit von mir abhalten zu können. Mein plüschiges Paket war gerade am Auslaufen. Es plätscherte und plätscherte und wollte kein Ende nehmen. Peinlich berührt schaute ich zum Hundemenschen. Der grinste nur weiter frech und hatte wahrscheinlich später eine lustige Begebenheit zu erzählen.

Letztendlich war ich aber froh, dass die ganze Sache nicht im tierärztlichen Wartezimmer und vielleicht noch auf meinem Schoß stattgefunden hatte. Da hätten auch Tierarzt und sein Helferteam am Abend noch einen Schwank aus ihrem Berufsalltag erzählen können. Doch wer weiß, vielleicht war ja auch schon mein Katzentransportbehältnis an sich einen Lacher später am Abendbrotstisch wert.

Als ich mein getigertes Mitbringsel zur tierärztlichen Begutachtung aus dem Korb nehmen sollte, fragte ich den Tierarzt, ob er den Kater auch wieder einfangen würde, sollte der einfach aus dem Korb springen und panisch durch die Praxis sausen. Der Kater wäre nämlich mehr ein Halbwilder, mit dem ich bisher noch bei keinem Tierarzt gewesen wäre. Da aber ein Abszess behandelt werden müsste, sah ich keine andere Möglichkeit, als den Kater zu seinem Glück zu zwingen. Ich wüsste nun aber nicht, wie er in dieser für ihn völlig fremden Umgebung reagieren würde, wenn wir ihn aus dem Korb nehmen würden. Vielleicht hätte ich selbst ja auch durch diese Zwangsmaßnahme das Vertrauen des Katers verspielt. Es wäre also fraglich, ob ich mit dem Einfangen mehr Glück haben würde.

Der Tierarzt schaute mich einigermaßen verunsichert an und entschied dann, den Kater samt Netz im Korb zu belassen. Durch die Maschen des Netzes über dem Korb konnte er durchaus den Abszess, den sich der Kater am Schwanzansatz zugezogen hatte, ausreichend begutachten und entsprechend behandeln. Im Korb konnte der Kater sich nämlich beim besten Willen nur schwer umdrehen, geschweige denn im Falle der Fälle zubeißen.

Der Doc öffnete den Abszess mit einem kleinen Schnitt, während der Kater stur und starr verharrte, säuberte die Wunde und spritzte dem armen Plüschlöwen noch ein Antibiotikum. Wiederkommen bräuchten wir nur, so der Doc, sollte die Behandlung nicht erfolgreich gewesen sein. Ich bekam noch eine Salbe, die ich noch ein paar Tage auf die Wunde streichen sollte, und schon waren wir entlassen.

Wieder daheim sprang der Kater, als das Netz vom Korb entfernt war, mit einem Riesensatz aus seinem Zwangsbehältnis. Natürlich wollte er sofort raus und weit weg von mir. Ich fragte mich in diesem Moment, ob er wohl jemals wiederkommen würde? Doch er kam und ließ sich sogar von mir mit der Salbe verarzten. Nur, wenn er in Zukunft den Korb sah, machte er, dass er fortkam. Also mussten wir später in ähnlichen Situationen immer zuerst den Kater packen. Erst danach konnten wir den Korb hervorzaubern. Zum Glück waren solche Aktionen nicht allzu oft notwendig. Aber einige Male eben doch. Mir stand jedes Mal schon vorher der Angstschweiß auf der Stirn.

Doch Schnups, wie wir Hannibal später nur noch nannten, hatte trotz solcher Aktionen immer noch genug Vertrauen zu mir. Er kam immer wieder zurück – bis auf einen Tag, den 12. November 1989 … Und was an jenem Tag damals geschah, das kann man in meinem Buch nachlesen.